Fortbildung zu Einsätzen mit verunfallten LKW
02.06.2019

Am Mittwoch, dem 29. Mai 2019, stand eine besondere Weiterbildungim Dienstplan der Abteilung Weinsberg: Unter dem Titel „Kettenrettung LKW“zeigte Rolf Zöller, Mitglied der Berufsfeuerwehr Frankfurt und Ausbilder an derdortigen Feuerwehrakademie, den Einsatzkräften aus Weinsberg Möglichkeiten auf,wie die Rettung von Personen bei Unfällen mit Lastkraftwagen durchgeführtwerden kann. Rolf Zöller kann als Eigengewächs bezeichnet werden, liegen dieWurzeln seiner Feuerwehrkarriere doch bei der Freiwilligen Feuerwehr Weinsberg.

 

Zu Beginn stellte Rolf Zöller anhand einer Präsentationden Aufbau von Lastkraftwagen vor. Speziell die für den Einsatzerfolg wichtigenBereichen, wie etwa die Orte an denen Batterien oder Kraftstofftanks verbautsein können, waren Inhalt. Auch die Möglichkeiten zur Befreiung von Personen mithilfeder hydraulischen Rettungsgeräte beinhaltete die Präsentation. MancheEinsatzkräfte staunten, dass bei neuen Euro 6 LKW aufgrund ihrer Bauweiseandere Schnittpunkte für die Rettung verwendet werden müssen.

 

Im Anschluss erfolgte die Ausbildung in der Praxis: aneinem LKW-Führerhaus konnten die Theorieinhalte getestet werden. Die Herausforderungenbei der Rettung von Personen aus einem Lastkraftwagen, im Vergleich zu einePKW, sind vor allem die außergewöhnliche Arbeitshöhe und das enorme Gewicht derzu entfernenden Bauteile des Fahrzeugs (z.B. Türen). Wichtig ist es deshalb,die Teile vor dem Entfernen mithilfe von Arbeitsleinen zu sichern.

 

Der Höhepunkt des Abends zeigte, wie wichtig es ist, dierichtigen Schnitttechniken an den richtigen Punkten zu kennen: V- Schnitt imBereich des Schwellers oder unten an der A-Säule, schräge Schnitte an der A-Säule oben. Diese Schnitte sind wichtig, damit sich überhaupt eine Öffnungbilden kann, um verunfallte Personen möglichst schonend retten zu können. Sokann dann entweder klassisch, mit dem Einsatz von Rettungszylindern, eineBefreiungsöffnung geschaffen werden, oder wie als alternative aufgezeigt, mitder maschinellen Zugeinrichtung des Rüstwagen und Zugketten. Um das dasFührerhaus des LKW gegen ein unbeabsichtigtes Wegziehen oder Herunterfallen zusichern, kam in der Übung ein Mehrzweckzug zum Einsatz. Am Führerhaus wurdenrechts und links an der A-Säule unterschiedliche Schnitttechniken eingesetzt umdiese vergleichen zu können. Interessant für die Einsatzkräfte war dasVerhalten des Kabinenbodens, der sich bei einem Entlastungsschnitt an derA-Säule nicht bewegte, im Gegensatz zum klassischen Entlastungsschnitt amSchweller.

 

Nachdem sich die Fahrzeuge wieder einsatzbereit imFeuerwehrhaus befanden, bestand, nach einem Abschlussgespräch, noch dieMöglichkeit sich mit dem Ausbilder über neue Erkenntnisse der Unfallrettungauszutauschen. Alle waren sich einig, es war ein sehr informativer Abend, beidem das Fachwissen der Feuerwehrleute erweitert werden konnte.

 

Wir danken Rolf Zöller für seinen Einsatz!